Philosophie
Keine Kommentare Das Rabenparadoxon I
Morgendämmerung
Die Nacht dämmert, ein Vollmond erscheint. Sieh zu den Sternen! Sie sind wie wir Menschen – auf ewig allein. Gleichgültig was wir erhoffen. Bedeutungslos unser tiefstes Begehren. Niemand ist in der Lage universell zu begreifen oder gar zu verstehen.
Auf welchen Menschen er auch noch trifft, irrelevant welcher Engel ihn nimmt. Am Ende ist dieser Engel auch nur ein Mensch. Vom Egoismus getrieben wird ihm sein eigenes Glück zum Verhängnis. Glück bringt keinen Frieden, ist wie eine sterbende Blüte im Winter.
Der Winter naht.
Das Buch der Schatten spricht nicht von Pessimismus. Mit Schwarzmalerei ist es längst schon vorbei. Viel mehr ist dies hier eine Erkenntnis, wie es die Schwerkraft für Newton einst war: Wir alle sind Nihilisten unserer Zeit.
Im Großen und Ganzen, sowie im Kleinen und Armen, will Sie nur von seinem Glück saugen. Sie spitzt die Lippen – hält einen Moment inne und verblasst. Er kann ihr nicht geben, was er nicht besitzt. Er kann ihr nicht geben, wonach er nicht strebt. Sein einziger Schatz ist pechschwarzes Wissen. Mühsam erarbeitet – und bezahlt hat er mit Blut.
Wissen ist Tod.
Die Dunkelheit umschlingt seine Seele und ein kühler Wind fängt an zu wehen. Bäume knarzen und krächzen, wiegen sich ohne zu brechen. Dort liegt er; im feuchten Gras, blickt hinauf und sagt: “Ich bin ehrlich zu mir: Ich weiß nicht mehr was ich möchte, welche Ziele ich noch verfolge. Ich spreche es aus ohne zu zögern -, Sie ist mein Henker in dieser Nacht. Der Grund ist ohne Bedeutung. Was hat denn noch Sinn in einer sinnlosen Welt? Verweichlicht bis hier hin doch kein Schritt darüber hinaus. Jeder ist weich und schwach, wenn er mit schlaksigen Gliedern auf seinem eigenen Grab tanzt.”
Und er tanzt.
Der Morgen dämmert. Die Welt erstrahlt in neuem Glanz. Die Menschen erwachen. In dieser einen Sekunde, ist nicht nur er vollkommen einsam.
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